VPN Split-Tunneling: sicher nutzen, ohne Leaks (2026)
Kurzantwort: Split-Tunneling ist superpraktisch (z.B. Streaming durch VPN, Banking ohne VPN) – aber nur, wenn Sie danach DNS/IPv6/WebRTC testen. Sonst „leakt“ oft genau das, was eigentlich geschützt sein sollte.
Dieser Guide ist bewusst praxisnah: klare Regeln, typische Fehlerbilder und ein Setup, das Sie auf Windows/macOS/Android/iOS oder über den Router sauber nachbauen können.
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Was ist Split-Tunneling – einfach erklärt
Ein klassisches VPN ist „Full Tunnel“: alles geht durch den VPN-Tunnel. Split-Tunneling ist das Gegenteil: Sie teilen den Verkehr auf. Bestimmte Apps, Domains oder IPs laufen über VPN – der Rest nutzt die normale Internetverbindung. Das klingt wie ein Detail, ist aber ein echtes Werkzeug für den Alltag: weniger Overhead, weniger Probleme mit Banking-Logins und oft stabileres Streaming.
Wann Split-Tunneling wirklich Sinn macht
Split-Tunneling ist dann stark, wenn Sie zwei Ziele gleichzeitig haben: Datenschutz für bestimmte Apps – und maximale Stabilität oder „normales Verhalten“ für andere. Typische Szenarien:
- Streaming: VOD-App über VPN, aber System-Updates und andere Dienste ohne VPN (weniger Buffering-Risiko). Siehe auch VPN für Streaming.
- Gaming: Spiel ohne VPN (niedriger Ping), Voice-Chat/Browser über VPN (Privatsphäre).
- Online-Banking: Banking-App ohne VPN (weniger Fraud-Checks), alles andere über VPN. Mehr dazu: VPN & Online-Banking.
- Arbeit/Remote Work: Firmen-VPN oder Zero-Trust-Client separat, privates VPN nur für Browser/Tracking-Schutz.
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Die häufigsten Risiken (und warum Split-Tunneling „Leaks“ begünstigt)
Split-Tunneling ist kein „unsicheres Feature“ an sich – die Gefahr entsteht durch falsche Annahmen. Viele erwarten, dass „VPN an“ automatisch bedeutet: alles privat. Bei Split-Tunneling stimmt das nicht. Die drei wichtigsten Stolperfallen:
| Risiko | Was passiert technisch? | Woran merken Sie es? | Fix |
|---|---|---|---|
| DNS-Leak | DNS-Anfragen laufen über den ISP statt über VPN-DNS | Streaming/Seiten sehen „falsches“ Land oder melden VPN/Proxy | DNS-Leak-Schutz aktivieren + Test machen (Guide: DNS Leak) |
| IPv6-Leak | IPv6 geht außerhalb des Tunnels, weil VPN nur IPv4 tunnelt | IP-Checks zeigen echte IPv6-Adresse | IPv6 im VPN blocken oder im OS deaktivieren |
| Kill-Switch Konflikt | Kill Switch blockiert Verkehr, den Split-Tunneling „direkt“ lassen soll | Apps funktionieren plötzlich gar nicht | App-/Route-Ausnahmen korrekt setzen, danach erneut testen |
| Falsche App-Auswahl | Sie whitelisten den falschen Prozess/Container | „Ausnahme“ greift nicht, Traffic geht doch durch VPN | App exakt auswählen (z.B. Browser vs Updater getrennt) |
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Split-Tunneling für Streaming: „VPN für die App, Rest normal“
Für Streaming ist Split-Tunneling oft die beste Kombination aus Stabilität und Funktion: Sie schicken nur die Streaming-App (oder den Browser-Tab) durch den Tunnel – und lassen Updates, Smart-Home oder Downloads direkt laufen. Das reduziert Last auf dem VPN und hilft, wenn Ihr VPN-Anbieter in Peak-Zeiten schwankt.
Aber: Streaming-Plattformen reagieren empfindlich auf DNS-Inkonsistenzen. Wenn Ihre Video-App über VPN geht, DNS aber über den ISP, wirkt das wie ein „Mismatch“. Das kann zu Katalog-Problemen, Fehlermeldungen oder VPN-Detektion führen. Deshalb gehört ein DNS-Test nach dem Setup Pflichtprogramm dazu.
Split-Tunneling für Gaming: Ping vs Privatsphäre
Beim Gaming zählt oft jede Millisekunde. Ein VPN kann – je nach Server, Protokoll und Last – den Ping erhöhen. Mit Split-Tunneling können Sie das Spiel (Matchmaking/Server) direkt laufen lassen, aber Browser, Discord/Voice oder Launcher-Tracker über VPN schicken. Das Ergebnis ist häufig: „Ping bleibt niedrig, Privatsphäre steigt.“
Pro-Tipp: Wenn Sie ein modernes Protokoll wie WireGuard (oder NordLynx) nutzen, fällt der Overhead oft gering aus. Trotzdem gilt: erst messen, dann entscheiden. Und ja – ich weiß, testen nervt. Aber 5 Minuten Test sparen Ihnen später eine Stunde „Warum laggt das?“.
| Modus | Privatsphäre | Stabilität/Performance | Typische Nutzung | Haupt-Risiko |
|---|---|---|---|---|
| Full Tunnel | Hoch (alles durch VPN) | Variabel (abhängig vom Server) | Öffentliches WLAN, allgemeiner Schutz | Mehr Overhead, mehr Blockaden möglich |
| Split-Tunneling | Gezielt (nur ausgewählte Apps) | Oft besser (weniger VPN-Last) | Streaming + Banking, Gaming + Browser | Fehlrouting / DNS/IPv6-Leaks |
| Smart-DNS | Niedrig (kein Tunnel) | Meist sehr stabil | Nur Geo-Freischaltung | Keine Verschlüsselung, DNS-Tracking |
So richten Sie Split-Tunneling sicher ein (Windows, macOS, Android, iOS, Router)
Die genauen Menüs unterscheiden sich je nach VPN-App. Das Prinzip ist aber fast immer gleich: Sie wählen Apps oder Websites/Domains, die in den Tunnel sollen – oder genau andersrum: Sie definieren, was außerhalb des Tunnels läuft (Ausnahme-Liste).
Windows
- App-basiert: Streaming-App/Browser in den VPN-Tunnel, Banking-App/Updater direkt.
- Firewall/Kill Switch: Prüfen, ob der Kill Switch Split-Tunneling unterstützt (sonst blockiert er „direkte“ Apps).
- DNS/IPv6: DNS-Leak-Schutz aktivieren; wenn nötig IPv6 deaktivieren.
macOS
- Split-Tunneling ist je nach Anbieter eingeschränkt. Wenn verfügbar, bevorzugen Sie Domain-basiertes Routing (klarer).
- Wenn Sie parallel ein Firmen-VPN nutzen: Konflikte sind häufig. Testen Sie zuerst im privaten WLAN.
Android
- Android ist meist am flexibelsten: App-Listen funktionieren gut.
- Nutzen Sie „Always-on VPN“ nur, wenn Ihre Ausnahme-Regeln sauber sind (sonst schneiden Sie sich ab).
iOS
- iOS ist restriktiver. Viele Anbieter bieten Split-Tunneling nur teilweise oder gar nicht.
- Wenn Ihr Use-Case „Banking ohne VPN“ ist: prüfen Sie, ob die App-Ausnahme wirklich greift – und testen Sie das Verhalten.
Router
Router-Setups sind mächtig, aber komplex: hier machen Sie Split-Tunneling oft über Policy-Based Routing (z.B. bestimmte Geräte oder Ziele über VPN). Das lohnt sich, wenn Sie Smart-TV/Konsole/Apple TV steuern möchten. Guide: VPN Router-Einrichtung.
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Best Practices: Split-Tunneling ohne Bauchschmerzen
- Nur ein Ziel pro Regel: Erst Streaming, dann Banking. Nicht alles auf einmal konfigurieren.
- Nach jeder Änderung testen: DNS/IPv6/WebRTC + kurzer Speedtest. Sonst suchen Sie später ewig.
- Stabile Logins: Wenn Sie Banking außerhalb des VPN lassen, aktivieren Sie 2FA/MFA und achten Sie auf Geräteupdates.
- DNS ist der Dreh- und Angelpunkt: In der Praxis scheitern 70% der Fälle an DNS/IPv6, nicht am „VPN“.
- Nicht überoptimieren: Zwei saubere Regeln sind besser als zehn halbgare.
FAQ – häufige Fragen
- Was ist Split-Tunneling bei einem VPN?
- Split-Tunneling teilt den Verkehr: ausgewählte Apps/Ziele über VPN, der Rest direkt ohne VPN.
- Ist Split-Tunneling sicher?
- Ja, wenn Sie es bewusst konfigurieren und danach DNS/IPv6/WebRTC testen. Das Hauptrisiko sind Leaks durch Fehlrouting.
- Warum funktioniert Split-Tunneling manchmal nicht?
- Meist wegen falscher App-Auswahl, Kill-Switch-Konflikten, DNS-/IPv6-Problemen oder weil das OS Teile des Traffics über den Standard-Gateway leitet.
- Banking über oder ohne VPN?
- Beides ist möglich. Wenn Banken VPN-IPs blocken, kann „ohne VPN“ stabiler sein – aber nur in vertrauenswürdigen Netzen und mit starken Sicherheitsstandards.
- Gibt es Split-Tunneling auf iOS?
- Teilweise – iOS ist eingeschränkter als Android/Windows. Prüfen Sie die Optionen Ihrer VPN-App.
- Welche Tests sollte ich nach der Einrichtung durchführen?
- DNS-Leak-Test, IPv6-Check, WebRTC-Check (Browser) und ein kurzer Speedtest.
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Fazit
Split-Tunneling ist eines der nützlichsten VPN-Features – wenn Sie es wie ein Werkzeug behandeln, nicht wie Magie. Es kann Streaming stabiler machen, Gaming-Ping schonen und Banking-Logins entspannen. Gleichzeitig ist es unforgiving: DNS/IPv6/WebRTC müssen stimmen, sonst entstehen Leaks oder „komische“ Effekte.
Mein pragmatischer Tipp: Starten Sie mit einem einzigen Use-Case (z.B. Streaming über VPN, Rest direkt), testen Sie die Leaks, und erweitern Sie erst dann. Sie werden sich später selbst dankbar sein.
Kurzvideo: VPN-Privatsphäre einfach erklärt (Video auf Englisch)
Wichtig: Ein VPN trennt wer Sie sind (IP, ISP) von was Sie tun (Websites/Apps). Eine saubere No-Logs-Umsetzung hilft, diese Brücke später nicht wieder aufzubauen.
Falls der Player nicht lädt, auf YouTube ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=rzcAKFaZvhE.
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