DNS-Leak bei VPN: Erkennen & Beheben (2026)
Kurzantwort: Ein DNS-Leak bedeutet, dass DNS-Anfragen (welche Domains du öffnest) außerhalb des VPN-Tunnels landen. In diesem Guide testest du DNS/IPv6/WebRTC in Minuten und bekommst Fixes für Windows, macOS, Android, iOS und Router — ohne Marketing-Mythen.
Wenn du den Begriff VPN grundsätzlich sauber einordnen willst, starte kurz mit Was ist ein VPN?. Wenn du nur „Leak finden & fixen“ willst: springe direkt zur Test-Sektion.
Inhalt
- Schnelle Antwort (in 60 Sekunden)
- Was ist ein DNS-Leak — und warum ist es relevant?
- Häufige Ursachen (Windows/IPv6/Split-Tunneling/DoH)
- Tests: DNS / IPv6 / WebRTC (mit Re-Check-Plan)
- Fixes nach Plattform: Windows, macOS, Android, iOS, Router
- Troubleshooting-Checkliste
- FAQ
Schnelle Antwort (in 60 Sekunden)
- DNS-Leak = DNS-Anfragen gehen nicht durch den VPN-Tunnel, sondern z. B. zum ISP-DNS.
- Gefährlich, weil DNS-Metadaten zeigen können, welche Domains du wann aufrufst.
- Teste immer DNS + IPv6 + WebRTC (dreimal kurz: ohne VPN / mit VPN / nach Neustart).
- Fix: DNS-Leak-Protection + echter Kill Switch + IPv6 sauber (unterstützt oder aus) + Re-Test nach Updates.
Was ist ein DNS-Leak — und warum ist es relevant?
DNS (Domain Name System) ist der Übersetzer zwischen Domain und IP. Wenn du eine Seite öffnest, fragt dein Gerät: „Welche IP hat diese Domain?“ — genau diese Anfrage ist ein Metadaten-Signal.
Im Idealfall laufen DNS-Anfragen durch den VPN-Tunnel zu DNS-Servern des VPN-Anbieters oder über eine sichere, erzwungene Konfiguration. Bei einem DNS-Leak passiert das Gegenteil: DNS wird außerhalb des Tunnels aufgelöst (z. B. beim ISP oder im öffentlichen WLAN).
Häufige Ursachen (Windows/IPv6/Split-Tunneling/DoH)
DNS-Leaks passieren selten „aus dem Nichts“. Meist ist es eine Kombination aus System-Logik, VPN-Client-Einstellungen und Netzwechseln. Besonders häufig sind Leaks nach Updates oder wenn du zwischen WLAN ↔ Hotspot wechselst.
| Ursache | Warum es leakt | Schneller Check |
|---|---|---|
| Kein echter Kill Switch | Bei Mikro-Disconnects fällt DNS auf Standard-DNS zurück. | Kill Switch aktivieren + Re-Test nach Standby/Netzwechsel. |
| Split-Tunneling | Ein Teil des Traffics (oder DNS) umgeht den Tunnel. | Split-Tunneling aus → Test wiederholen. |
| IPv6-Konflikt | VPN schützt nur IPv4, IPv6 läuft separat. | IPv6 Test → wenn Leak: VPN mit IPv6 oder IPv6 sauber deaktivieren. |
| DoH/Browser-DNS | Browser löst DNS über eigenen Kanal auf. | DoH prüfen/konfigurieren, dann DNS-Test wiederholen. |
| Öffentliches WLAN erzwingt DNS | Hotspots pushen DNS/Redirect-Regeln (Captive Portal). | Nach Login im WLAN VPN neu verbinden + Test. |
Wenn du häufig in Cafés oder Hotels arbeitest: VPN im öffentlichen WLAN und WLAN-Sicherheits-Checkliste sind die perfekte Kombi mit diesem Guide.
Tests: DNS / IPv6 / WebRTC (mit Re-Check-Plan)
Mach es wie in einem Labor: Baseline (ohne VPN) → mit VPN → nach Neustart. Und wiederhole den Test nach einem Netzwechsel. Das fängt die „sporadischen“ Leaks ab.
| Test | Guter Zustand (mit VPN) | Leak-Signal |
|---|---|---|
| DNS | DNS zeigt VPN-DNS oder konsistente, sichere DNS-Konfiguration | DNS zeigt ISP/Hotspot-DNS |
| IPv6 | IPv6 ist geschützt (VPN-IPv6) oder sauber deaktiviert | Echte IPv6 sichtbar |
| WebRTC | Keine echte öffentliche IP in WebRTC-Ergebnissen | Echte öffentliche IP / verräterische Adressen |
Wenn du generell an „sauberer Konfiguration“ interessiert bist: Optimale VPN-Einstellungen und VPN-Protokolle helfen, typische Fehlerquellen zu vermeiden.
Fixes nach Plattform: Windows, macOS, Android, iOS, Router
Ziel ist nicht „mehr Einstellungen“, sondern weniger Zufall. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Setup „mal so, mal so“ ist: starte mit Kill Switch und DNS-Schutz, dann arbeite dich nach unten vor.
Windows (häufigster Leak-Kandidat)
- DNS-Leak-Protection im VPN-Client aktivieren (falls vorhanden).
- Kill Switch aktivieren: Warum er Leaks verhindert.
- Nach Änderungen DNS-Cache leeren: ipconfig /flushdns
- Wenn dein VPN kein IPv6 schützt: IPv6 sauber deaktivieren (oder VPN mit IPv6 nutzen).
macOS
- VPN-Client: DNS-Schutz + „always-on“/Auto-Reconnect aktivieren.
- DNS-Status prüfen: scutil --dns
- Wenn Leaks nach Standby auftreten: VPN neu verbinden und Re-Test durchführen.
Android
- Immer-aktiver VPN + Blockiere Verbindungen ohne VPN (System-Option, wenn verfügbar).
- Split-Tunneling nur nutzen, wenn du es wirklich brauchst (sonst aus).
- Nach Wechsel WLAN ↔ Mobilfunk: Re-Test (hier tauchen „sporadische“ Leaks auf).
iOS
- Nutze eine App mit verlässlichem DNS-Schutz und Reconnect-Logik.
- Wenn VPN im Hintergrund „einschläft“: als Risiko betrachten → Re-Test nach längerer Pause.
- Bei Profil-Chaos: VPN-Profil entfernen und sauber neu einrichten (iPhone-Setup).
Router
- VPN auf dem Router ist stark für Smart-TV/Konsole (Router-Einrichtung).
- DNS im Router (DHCP) fest setzen, damit Geräte nicht auf ISP-DNS zurückfallen.
- Wenn kein IPv6-Support: IPv6 am Router sauber deaktivieren.
Troubleshooting-Checkliste (schnell & wiederholbar)
- VPN verbinden → DNS/IPv6/WebRTC testen.
- Kill Switch aktivieren → Re-Test nach Standby/Netzwechsel.
- Split-Tunneling aus (zum Test) → Ergebnis vergleichen.
- IPv6/DoH prüfen → je nach VPN korrekt unterstützen oder deaktivieren.
- Router/Client neu starten → „sporadische“ Leaks abfangen.
| Wann | Was du tust | Dauer |
|---|---|---|
| Nach System-Update | DNS/IPv6/WebRTC Schnelltest + kurzer Reconnect | 3–5 Min. |
| Nach Netzwechsel | Test wiederholen (WLAN ↔ Hotspot) | 2–4 Min. |
| Bei Streaming/Geo-Sperren | Split-Tunneling prüfen + DNS-Ergebnis checken | 3–6 Min. |
| 1× pro Monat | Kurzer Hygiene-Check + Notizen (was hat sich geändert) | 10 Min. |
Wenn du VPN oft für Streaming nutzt: VPN fürs Streaming und Geo-Sperren sind relevant, weil einige „Performance-Tricks“ (Split-Tunneling) Leaks wahrscheinlicher machen.
FAQ: Häufige Fragen zu DNS-Leaks
- Schützt jedes VPN automatisch vor DNS-Leaks?
- Nein. Du brauchst saubere DNS-Umleitung, idealerweise DNS-Leak-Protection im Client und einen echten Kill Switch.
- Reicht es, DNS auf Google/Cloudflare zu setzen?
- Nicht zwingend. Wenn DNS außerhalb des Tunnels läuft, ist es trotzdem sichtbar — nur eben bei einem anderen DNS-Provider.
- Was ist der häufigste „unsichtbare“ Leak-Moment?
- Netzwechsel und Standby/Wake. Genau dort fängt ein Kill Switch viele Leaks ab.
- Was ist mit Proxy-Kombis?
- Kombinationen können Überraschungen erzeugen. Siehe: Proxy vs. VPN.
Fazit: DNS-Leak-Schutz ist Routine, kein einmaliger Klick
Der schnellste Weg zu „sauberem VPN“ ist nicht ein Mythos-Setup, sondern ein System: DNS-Schutz + Kill Switch + IPv6/DoH klar geregelt — und ein kurzer Re-Test nach Updates und Netzwechseln.
Wenn du das einmal als Gewohnheit drin hast, fallen die meisten Leaks sofort auf, bevor sie Wochen lang unbemerkt bleiben. Und genau das ist der Unterschied zwischen „VPN fühlt sich sicher an“ und „VPN ist in der Praxis dicht“.
Kurzes Video: VPN-Privatsphäre einfach erklärt
Key takeaway: Ein VPN trennt wer du bist (IP/ISP) von was du machst (Ziele, Muster). DNS-Leaks brechen genau diese Trennung — deshalb testen wir.
Falls der Player nicht lädt, öffne das Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=rzcAKFaZvhE.
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